Torfmoos (sphagnum moss) und Torf (peat) – zwei Begriffe, die häufig verwechselt werden. Beide Materialien hängen miteinander zusammen und werden bei der Pflanzenkultivierung eingesetzt. Schauen wir uns das genauer an.
Was ist Torfmoos?
Torfmoos (Sphagnum moss) ist eine Moosart, die vor allem in Feuchtgebieten wächst; einige Arten findet man aber auch an Baumstämmen oder in tropischen Lebensräumen. Torfmoos kommt weltweit in Mooren und Feuchtgebieten vor, darunter auch in Europa und in Tschechien. Heute wird es für die kommerzielle Nutzung in ausgewählten Moorgebieten gesammelt, in denen eine schonende, manuelle Ernte und die anschließende Regeneration des Bestands erfolgen (Neuseeland, Australien oder im Süden Chiles).
Im Gegensatz zu Torf ist es eine lebende Pflanze – Torf ist im Grunde seine zersetzte Form. Es ist bekannt für seine einzigartige Fähigkeit, große Mengen Wasser zu speichern und gleichzeitig luftig zu bleiben. Dadurch schafft es ideale Bedingungen für das Wurzelwachstum.
In der Pflanzenkultivierung wird es entweder lebend oder getrocknet verwendet. Besonders getrocknetes Torfmoos ist zum Beispiel beim Bewurzeln von Stecklingen, für Torfmoosstäbe oder bei der Kultur epiphytischer Pflanzen beliebt.


Was ist Torf?
Torf (peat) entsteht durch die allmähliche Zersetzung von Pflanzen – vor allem eben von Torfmoos – in einer Umgebung mit sehr wenig Sauerstoff.
Dieser Prozess verläuft sehr langsam. In Feuchtgebieten kann sich organisches Material nicht vollständig zersetzen, sodass es sich nach und nach ansammelt und Torf bildet.
Das Ergebnis ist ein Material, das Wasser gut speichert, dichter ist als Torfmoos und die Grundlage vieler Substrate bildet. Torf findet man daher häufig in der „Erde“, die wir für die Kultur von Zimmerpflanzen verwenden.

Wie entsteht Torf?
Die Entstehung von Torf ist ein sehr langsamer, langfristiger Prozess. Torfmoos und andere Moorpflanzen sterben nach und nach ab. In einer sauerstoffarmen Umgebung zersetzen sie sich jedoch nicht vollständig, wie es anderswo in der Natur der Fall wäre. Stattdessen beginnt sich organisches Material anzusammeln.
Über Hunderte bis Tausende von Jahren entsteht so allmählich Torf.
Je nach Zersetzungsgrad unterscheidet man:
- helleren, weniger zersetzten Torf
- dunkleren, stärker zersetzten Torf
Entscheidend ist, dass der gesamte Prozess extrem langsam abläuft.
Ökologische Betrachtung
Auch die größeren Zusammenhänge sollten erwähnt werden.
Torf ist ein natürlicher Rohstoff, der sehr langsam entsteht – seine Regeneration dauert Hunderte bis Tausende von Jahren. Der Torfabbau kann daher negative Auswirkungen auf Moor- und Feuchtgebietsökosysteme haben.
Auch deshalb werden heute immer häufiger Alternativen oder Möglichkeiten gesucht, seine Verwendung zu reduzieren.